Kompaktes Format, aktuelle Themen und Auszeichnungen für den Berufsnachwuchs
Am 9. Mai 2026 kamen im Auditorium der Holzfachschule Bad Wildungen zahlreiche Bestatterinnen und Bestatter, Fachleute und Gäste aus dem Handwerk zum 20. Hessischen Bestattertag zusammen.
DIB-Geschäftsführerin Andrea Belegante eröffnete die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein stand. Grußworte sprachen Bürgermeister Ralf
Gutheil, der Präsident des Hessischen Handwerkstages, Stefan Füll, sowie Werner Engelke, der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Bestatter „Bestatter Deutschland“.
In ihrer Begrüßung hob Andrea Belegante hervor, dass der Bestattertag gegenüber den Vorjahren bewusst verändert worden sei. Das Programm sei kompakter, straffer und zugleich abwechslungsreicher
angelegt worden, um die Themen noch stärker auf die Praxis auszurichten und mehr Raum für konzentrierten fachlichen Austausch zu schaffen.
Inhaltlich reichte das Spektrum von Bestattungskultur in einer vielfältigen Gesellschaft und neuen Formen der Abschiednahme bis zu Fragen von Erinnerung, Sterblichkeit und aktuellem
Bestattungsrecht. Dr. Hüseyin Kurt vermittelte einen lebendigen Einblick in die Arbeit muslimischer Bestatter in Deutschland. Die anschließende Live-Demonstration zur Tuchbestattung mit dem
Bestatter Hamdi Esen stieß auf großes Interesse und führte ebenso wie der Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Dr. Alexandra Rau über künstliche Intelligenz und die Transformation von
Trauerkulturen zu einem intensiven Austausch mit dem Publikum. Einen weiteren Impuls setzte der Gießener Rechtsanwalt, Nachlasspfleger, Testamentsvollstrecker und Autor Marcel Sonnenberg mit
seinem Vortrag „Wollen und sollen wir alle 120 werden? Vom Nutzen des zeitgemäßen Ablebens“. Er richtete den Blick auf Fragen von Langlebigkeit, Sterblichkeit und gesellschaftlichem Wandel und
regte das Publikum damit zum Nachdenken über die Zukunft des Trauerns an. Den Schlusspunkt des Fachprogramms setzte Christoph Keldenich mit einem Überblick über aktuelle Entwicklungen im
Bestattungsrecht.
Traditionell bildete die Überreichung der Urkunden und Meisterbriefe einen Höhepunkt des Tages. Die Urkunden für die neuen „Geprüften Bestatter” wurden von Florian Hainbach, dem Vorsitzenden des
Prüfungsausschusses, und Alexandra Kiene, der stellvertretenden Vorsitzenden, gemeinsam mit Andrea Belegante überreicht. Ausgezeichnet wurden Maja Hackenbracht von den Bestattungen Hackenbracht
in Bad Berleburg, Angela Lambracht von Ute Heiler Bestattungen in Bielefeld sowie Werner Schöner vom Werner Schöner Bestattungsunternehmen im bayerischen Langenaltheim. Die Meisterbriefe
erhielten Maja Hackenbracht, Marie Sophie Hohmann vom Bestattungsinstitut Hohmann mit Standorten in Berlin und Sinntal, Gunnar Korte vom Bestattungsinstitut Radeke in Anklam sowie Peter Ugele vom
Bestattungshaus Bang in Butzbach aus den Händen von Christoph Keldenich und Andrea Belegante.
Auch die Auszeichnung „Der Bestatter – sehr gut“ wurde erneut verliehen. Für 250 sehr gute Kundenbewertungen wurde Ernst Friedrich Landmesser von Bestattungen Landmesser in Erkelenz geehrt, für
500 Mal „sehr gut“ Hermann und Ingrid Hayer von Pietät Hayer in Offenbach am Main.
Zum Abschluss zog Andrea Belegante eine positive Bilanz. „Die vielen guten Gespräche und die positive Resonanz haben gezeigt, dass dieses neue Format angenommen wird. Der Bestattertag war
dichter, klarer und näher an den aktuellen Fragen der Betriebe. Genau das war unser Ziel“, sagte Belegante. Der Tag habe gezeigt, wie eng Praxis, Kultur und Recht im Bestatterhandwerk miteinander
verbunden sind. Zugleich kündigte sie an, dass der 21. Hessische Bestattertag am 10. April 2027 erneut an der Holzfachschule Bad Wildungen stattfinden und das Format weiterentwickelt werden soll.
Geplant sind dann noch stärker praxisbezogene Inhalte und zusätzliche Workshop-Angebote.







