Mit DNS Übeltäter dingfest machen


Es ist für Menschen nahezu unmöglich, an einem Tatort kein Erbmaterial zu hinterlassen. Entscheidend sei, ob dieses gesichert und ausgewertet würde, verriet Kriminalbiologe Mark Benecke in seinem zweiten virtuellen Workshop, zu dem das DIB – Deutsche Institut für Bestattungskultur seine Mitglieder eingeladen hatte. Thema war der genetische Fingerabdruck, der es seit Mitte der 1980er-Jahre ermöglicht, Menschen anhand von Resten ihres Erbgutes nahezu eindeutig zu identifizieren. Benecke konnte, als anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet, den anwesenden Bestattern wieder umfangreiches Wissen vermitteln.

 

So umriss der Kölner Forensiker nicht nur die Möglichkeiten, die zum Beispiel Behörden bei der Aufklärung von Verbrechen mit diesem Werkzeug zur Verfügung ständen; Benecke ging auch ausführlich auf die möglichen Fehlerquellen und Schwachpunkte des Verfahrens ein. Dabei verdeutliche er die wissenschaftliche Theorie mit vielen, oft außergewöhnlichen, Fallbeispielen aus seiner langjährigen Berufserfahrung. Diese reichten von Clankriminalität, tragischen Unfällen und schweren Verbrechen über Doping im Leistungssport und ungeklärter Vaterschaft bis hin zu privater Ahnenforschung. Oft betonte Benecke dabei den großen Nutzen, zugleich aber die große Verantwortung derjenigen, die den genetischen Fingerabdruck für ihre Arbeit einsetzen.

 

Das strenge Datenschutzrecht in Europa verhindere einerseits Missbrauch, andererseits sei aber gerade die Möglichkeit, über große Datenbestände hinweg suchen zu können, ein Erfolgsfaktor für die Arbeit mit Erbsubstanz. Daher greife man inzwischen die Angebote privater Dienstleister zurück, welche die Methode zur Ahnenforschung nutzten und über umfangreiche Archive verfügen würden. In der anschließenden Fragerunde erörterten die Teilnehmer und der Referent weitere praktischen Bezüge, zum Beispiel die Zusammenarbeit zwischen Bestattern und Behörden. Die Fachveranstaltung des Deutschen Institutes für Bestattungskultur war kostenlos und exklusiv für Bestatter. Eine Fortsetzung der Workshopreihe ist geplant.